MELTHEADS Decent Sex

MELTHEADS
Decent Sex
Mayway Records

Sieht Mann und vor allem Frau mal vom jugendlich-naiven Titel «Decent Sex» ab, ist das Debüt der aus Antwerpen stammenden Meltheads (Schmelzkopf!?) mehr als ein ordentlicher Wurf. Die elf Songs bewegen sich im Spannungsfeld zwischen Garagenrock, Post-Punk und Punk. Zuweilen hauen die Meletheads rein, als wäre es das letzte Aufbegehren vor dem Ende. Der Titeltrack zum Auftakt verbindet die frühen Hives mit Gang Of Four. Das ebenso energetische «Night Gym» kurvt zuweilen nahe an den Damned («Born to Kill») vorbei. Berauschend. Das post-punkige «Vegan Leather Boots» springt herum wie eine wildgewordene Rennmaus. Die Meltheads wollen alles und sie wollen es jetzt («I Want It All»), auch wenn sie durchaus Beschränkungen sehen. «White Lies» klingt dagegen schon düster: «Might Be Coughing Up Blood. Or Crying In My Sleep. I Think I’m Taking Strides And Steps. I’m Doing More And I’m Using Less. I Empathise And I Try My Best. I’m Loving More And I’m Fucking Less.»  Das knarzig, zuweilen brachiale «Theodore» klingt auch nicht gerade postiv: «Well I’m Fucking Selfish, I Lie And I Cheat.» Die Meltheads können aber auch Pop. «Screwdrivers» ist, trotz des schrillen Einstiegs, eine tolle Pop-Punk-Nummer mit Piano-Einsatz. Zum Abschluss gibt es, damit wir es nicht vergessen, noch 58 Sekunden knarzig übersteuerte und energetische Punk-Kost. Wohl bekomms.        

Roebi
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