MARTINA LINN Win What Yesterday Lost

MARTINA LINN
Win What Yesterday Lost
Soundfarm Publishing

Bereits auf ihrem letzten, zweiten Werk «Pocket Of Feelings» (2015) hatte sich Martina Linn musikalisch geöffnet. Zum Folk ihres Debütalbums «She Is Gone» (2013) gesellten sich Ausflüge in Richtung Gospel, Country-Elemente, teils rockige oder bluesige Passagen und Westcoast-Anleihen. «Win What Yesterday Lost» geht jetzt noch einen Schritt weiter. Zuerst einmal beginnt das dritte Album der Engadiner Künstlerin aber etwas beliebig. Der Schlagzeug-Sound des poppigen Auftakt «Little Heartbreaker» klingt dünn (fast Alleinunterhalter-mässig), aber auch ungewohnt verspielt. Wenn dann die wohlige Stimme von Martina Linn einsetzt, ist die Welt wieder in Ordnung. In der zweiten Single aus «Win What Yesterday Lost», «When The Curtains Finally Part», sorgt unter anderem eine wohlige Hammondorgel für Hühnerhaut. Bonnie Riatt aber auch Dolly Parton hätten ihre helle Freude. Die erste Single, das ebenfalls rhythmisch verspielte «I Will Run» überrascht mit einem ordentlich kratzigen Gitarrensolo. Das balladeske und soulige «After The Snow» ist dafür etwas für kuschelige Abende am Kaminfeuer. Wieder etwas poppig wird etwas im Song «Under My Rooftop». Wieder hätte Dolly Parton ihre Freude. Schleppend bluesig wird es in «Back To 1968»:  Ein Song über den Sommer der Liebe, die Hippiezeit. Fast psychedelisch, was besser zu «Back To 1968» gepasst hätte, tönt es im Titeltrack. Mysteriöse Momente, ausufernde Instrumentalsparts und Passagen, die zum Soundtrack zum Musical Hair passen könnten, sorgen für Spannung von Anfang bis Schluss. Manchmal kommt das Beste zum Schluss. Der beste unter den vielen guten Songs ist «Joana». Leichtfüssig, bezaubernd und hoffnungsvoll wäre besagter Song die bessere Single gewesen.

Roebi
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