MANOWAR – The Final Battle (Hallenstadion Zürich, 8. Juni 2019)

MANOWAR
The Final Battle
Hallenstadion, Zürich
8. Juni 2019
 
lg. Auch wenn die als „The Final Battle“ angekündigte Tour von Manowar gemäss Angaben der Band nicht deren letzte ist, dürfte jedermann klar sein, dass sich der Zyklus einer Band wie Manowar langsam dem Ende zuneigt. Joey DeMaio (Bassist und Bandchef) und Eric Adams (Sänger) – die beiden seit Längerem einzigen verbliebenen Originalmitglieder – sind beide 65 Jahre alt und werden trotz einiger angekündigter EPs nicht mehr jahrelang weitermachen. Zudem hat sich das Besetzungskarusell ordentlich gedreht – nun sind seit diesem Jahr Drummer Anders Johansson (ex-Hammerfall) und der brasilianische Gitarrist E. V. Martel am Start. Man hat ja mit halben Originalbands am Beispiel Slayer gesehen, was passieren kann. Dort scheint nun tatsächlich bald Schicht zu sein. Manowar, eine der kontroversesten Heavy Metal Bands und selbsternannte Kings Of Metal haben an einem Samstag Abend ins Zürcher Hallenstadion geladen (die erste Show in Zürich seit 1994) und die Fans kamen recht zahlreich in das in zur kleinen Version umgebaute Hallenstadion – schätzungsweise vier bis fünftausend Personen wollten der Show beiwohnen. Kurz nach acht Uhr fiel der Vorhang vor der Bühne nach einer Viking-Schattenspiel-Schlacht mit epischem Intro und die Bühne hatte es in sich. Drummer Andersson sass in einer Steinhöhle umgeben von einem grossen Pappgebirge, über welches grosse Leinwände thronten. Auf diesen wurden Clips alter Live-Aufnahmen und die Musiker an der aktuellen Show, Einspielung von Schlachten und viel Feuer gezeigt, was die Show noch kurzweiliger machte. Auch Warriors in Kettenhemden, mit Fahnen und Schwerten ausgestattet, hatten ihren Auftritt. Aus den Berggipfeln schossen hin und wieder Pyros und Nebel. Und auch die Leistung der Musiker war entsprechend der grössten je gesehenen Manowar-Show: Sehr stark, wenn auch die Setlist aus alten und neueren Songs bestand mit Schwerpunkt auf dem Album „Warriors Of The World“ (2002), denn die letzte gute Manowar-Scheibe war mit ganzen 5 Songs vertreten. Die ersten drei Songs „Manowar“, „Warriors Of The World United“ und „Blood Of My Enemies“ waren ein sehr starker Auftakt und das Niveau wurde während der ganzen, zugegebenermassen mit 85 Minuten etwas gar kurz geratenen Show gehalten. Es folgten Knaller wie „Fighting The World“, „Kings Of Metal“, „Thor (The Powerhead)“, „Hail And Kill“, „The Power Of Thy Sword“, „Black Wind, Fire And Steel“ und das alles überragende „Battle Hymn“, wo Sänger Eric Adams zeigte, dass er auch mit 65 Jahren nach wie vor einer der besten Heavy Metal Sänger ist. Die Show war ein reiner Triumphzug – trotz Joey’s Bassolo und kurzer cheesiger Rede und gewissen Einspielungen vom Band. In dieser Form ist mit Manowar weiter zu rechnen – wenn auch die soeben veröffentlicht EP nicht wirklich zu überzeugen vermag. Zu gross ist das Vermächtnis aus der Vergangenheit.
 
Laurent Giovanoli
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