LIVE REVIEW: PETER MURPHY, 12. November 2018, Mascotte, Zürich

Peter Murphy, Mascotte, Zürich, November 2018

Bela Lugosi lebt….

rp/lg. Der Auftritt von Peter Murphy am  einem Montagabend im Zürcher Club Mascotte präsentierte sich als eine Art Oldie-Show für Post-Punk- und Gothic-Fans. Viele der Zuschauer waren im gesetzteren Alter und ein Hauch von Ausverkauf wehte über dem Konzert des ehemaligen Frontmannes der englischen Band Bauhaus, welche ab Ende der 70er Jahre aktiv waren und als Wegbereiter des Gothic-Genres gelten. Angepriesen wurde der Anlass als «40 Years Of Bauhaus, Ruby Celebration Featuring David J.». Murphy und seine drei Mitstreiter spielten das komplette Debütalbum «In The Flat Field» aus dem Jahre 1980 – ergänzt mit Singles, wenigen Songs aus drei ihrer vier anderen Alben und drei ausgesuchten Coverversionen von T-Rex («Telegram Sam»), David Bowie («Ziggy Stardust») und Dead Can Dance «Severance». Eine solche Vorgehensweise ist ja heute nicht ungewöhnlich.Wobei dies gerade bei einem Künstler wie Peter Murphy etwas befremdend wirkt, hat er doch soviel grossartiges eigenes Material im Repertoire. Angefühlt haben sich die gut 90 Minuten aber anders. Der Sound krachte richtig und verpasste dem Publikum eine ordentliche Dröhnung. Die Band, zu der neben Murphy auch der ehemalige Bauhaus-Bassist David J., der Schlagzeuger Marc Slutsky (Splender) und Gitarrist Mark Gemini Thwaite (n.a. Mission, Tricky) gehört, eröffnete mit «Double Dare», das auch der Auftakt von «In The Flat Field» ist.  Die kratzig verzerrten Riffs, der pumpende Bass, das wuchtige Schlagzeug und Murphy‘s frostige Stimme nahmen das ausverkaufte und somit temperaturmässig zu heisse Mascotte sofort ein. Peter Murphy, dessen Präsenz zuweilen an Vincent Price mahnte, erzeugte mit seiner Ausstrahlung und der wirkungsvollen Lichtshow eine düstere und geheimnisvolle Stimmung. Immer wieder erhob der rastlose Murphy seine Arme gestenreich in die Höhe, schloss seine Augen oder liess sein Gesicht wirkungsvoll von den Scheinwerfern anscheinen.  So ging es während der ganzen Show und Peter Murphy mit seinen drei Mitstreitern schafften es, ein ganzes Konzert lang auf einem hohen Energielevel zu agieren. Zu recht feierte das Publikum die beiden Hits „Bela Lugosi is Dead“ sowie „Dark Entries“ am meisten ab, waren es die bekanntesten Tracks. Übrig bleibt die Erinnerung an ein tolles Konzert, welches hoffen lässt, dass Peter Murphy, der sogenannte Gothfather, wieder mal einen Abstecher in die Schweiz macht.

Setlist: 

1. Double Dare
2. In The Flat Field
3. A God In An Alcove
4. Dive
5. Spy In The Cab
6. Small Talk Stinks
7. St. Vitus Dance
8. Stigmata Martyr
9. Nerves
10. Burning From The Inside
11. Bela Lugosi’s Dead
12. She’s In Parties
13. Terror Couple Kill Colonel
14. The Passion Of Lovers
15. Kick In The Eye
16. Dark Entries
Zugaben
17. Severance (Dead Can Dance Cover)
18. Adrenalin
19. Telegram Sam (T. Rex Cover)
20. Ziggy Stardust (David Bowie Cover)

Robert Pally/Laurent Giovanoli

Laurent
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