Kreator, Carcass, Exodus, Nails @ Halle 622 – Zurich

Kreator, Carcass, Exodus, Nails on 1 April 2026 in Halle 622, Zurich. Review below gallery…

 
lg. Für dieses tolle Tourpackage des extremen Metal haben sich an diesem kalten ersten April knapp 2000 Fans versammelt und sind schon frühzeitig und erwartungsfroh in die Halle 622 in Zürich-Oerlikon eingetrudelt. Schon früh ging es mit einer halben Stunde Nails los. Der US-Vierer hat es mit seinem brutalen Sound in der Schnittmenge von Grindcore, Hardcore, Crust und Death Metal geschafft, das Publikum mit ihrem äusserst differenzierten Bühnensound zu packen. Knüppelsound und ruppige Passagen wechseln sich mit Breakdowns sauber ab, sodass Nails keine Gefangenen machen. Danach ging es weiter mit Exodus, die Bay Area-Thrash Legende schlechthin. Mit ihrem neuen Album „Goliath“ und dem zur Band zurückgekehrten Brüllsänger Rob Dukes zockte sich der Fünfter um Gary Holt (auch bei Slayer) durch ein aus neun Songs bestehendes Set, wobei die alten Hits von 1985 alles überstrahlten („Bonded By Blood“, „Exodus“, „Strike Of The Beast“, „A Lesson In Violence“) und die neuen Songs wie „3111“ und das lahme „Goliath“ nicht gut aussehen liessen. Zudem liess der Sound im Vergleich zu Nails punkto Differenziertheit und Druck stark zu wünschen übrig. Die anschliessenden Grind-Götter von Carcass aus England, welche auch Ende der 80er/anfangs der 90er für Furore sorgten, konnten vollends überzeugen. Die Truppe um Gitarrist Bill Speer und Sänger/Bassist Jeff Walker spielte ein grossartiges und filigran dargebotenes Best-Of Set mit Schwergewicht auf die Monster „Necroticism“ (1991) und „Heartwork“ (1993), wobei sogar auch zwei Songs aus der Frühphase zum Zug kamen – ganz grosse Klasse und eine Lektion in Sachen Brutalität und Präzision. Während der letzten Umbaupause wurden die Vorhänge gezogen und eine imposante Bühne für den Headliner Kreator aufgestellt. Mit dem neuen Album „Krushers Of The World“ konnte der Ruhrpott-Vierer um Frontmann Mille Petrozza einen regelrechten Erfolg verbuchen. Entsprechend wurden auch gleich fünf Songs vom neuen Album gespielt, darunter auch „Tränenpalast“ im Duett mit der Hiraes-Sängerin Britta Görtz oder die Knaller „Seven Serpents“ oder „Satanic Anarchy“. Dazu kam eine Best-Of Liste mit Schwergewicht auf die Neuzeit mit Songs aller vorangehenden Alben bis hin zu „Violent Revolution“ (2001). Trotz theatralischer Show mit viel Feuerwerk und weiteren Showeffekten bleibt allerdings ein Wermutstropfen, denn es werden aus der besten Zeit von Kreator leider nur vier Songs gespielt: „People Of The Lie“, „Betrayer“ (grossartig), „Endless Pain“ und zum Abschluss „Pleasure To Kill“. Dennoch haben Kreator eine äusserst professionelle, dynamische und zeitgemässe Thrash Metal Show abgeliefert, welche vom Publikum ordentlich abgefeiert worden ist (auch mit zahlreichen Moshpits). Fazit: Sehr gelungener Metal-Abend.
 
Laurent Giovanoli

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