KRANE Pleonexia

KRANE
Pleonexia
Czar of Crickets
Das Wort Pleonexia wird laut Wikipedia mit zwei Bedeutungen verbunden: Zum einen ist damit ein Mehr-Haben gemeint, ein grösserer Anteil, den ein Mensch im Vergleich zu anderen besitzen kann. Zum anderen ein moralisch verwerfliches Mehr-Haben-Wollen, verwandt mit Habsucht oder Gier. Dass die vierköpfige Basler Metal-Band ihr zweites Werk so getauft hat, passt zur behandelten Thematik. In den sieben instrumentalen Songs vertont die Band um Gitarrist Dominique Anceschi die strategischen Kriegsabläufe. «Pleonexia» beginnt mit «Deception» (Täuschung, Schwindel), das langsam aus dem Nichts auftaucht und kontinuierlich anschwillt. Fliessend geht es in den nächsten Song «I: Strategic Level», der gekonnt zwischen laut und leise wechselt. In «Destabilitation» hören wir nach einem sphärischen Beginn die Einblendung einer Rede von Louis Farrakhan (US-amerikanischer Führer der afroamerikanischen religiös-politischen Bewegung Nation Of Islam), der sich gegen die heuchlerischen Angriffe von Amerika verteidigt. Der Auftakt zu «II: Operational Level» hört sich fast an wie Kriegstrommeln. Wuchtige Gitarrenwände reissen urplötzlich alles mit sich. «III: Tactical Level» beginnt mit abgehackten Riffs, die alsbald von einer chaotischen Stimmung umkreist werden. Diese zerfällt daraufhin in einer Art Ruhe vor dem Sturm, nur um zusehends härter, schwerer und bedrohlicher zu werden und schlussendlich im «Combat» (Kampf) zu münden, wo das Chaos herrscht. «Aftermath» (Nachwirkungen) ist eine Ansammlung von sich teils überlagernden Funknachrichten, untermalt von beängstigender Musik. Furchterregend.

Roebi
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