KING DIAMOND/PARADISE LOST
Komplex 457, Zürich
17. Juni 2025
lg. Erstmals seit 1990 zeigt sich King Diamond mit seiner Soloband in der Schweiz (damals mit Candlemass und den in diesem Jahr am gleichen Ort am darauffolgenden Abend spielenden Savatage). Auch die letzte Show mit seiner anderen Band – Mercyful Fate – ist mit 1999 schon ein paar Jährchen her. Somit war die Vorfreude gross, dass der Meister theatralisch inszenierter Heavy Metal Horror Shows sich im Rahmen seiner aktuellen Europatour im Komplex 457 in Zürich angekündigt hat. So war das Komplex mit knapp tausend Zuschauern sehr gut besucht, wenn auch nicht ausverkauft. Den Auftakt des Abends bestritten die britischen Düster-Rocker von Paradise Lost, welche ihr Set mehrheitlich mit Songs ihrer Hitalben aus den 90s bestückt haben. Der Sound war leise und das Licht kaum vorhanden, so dass diese Show bloss eine Randnotiz des Abends blieb. Noch in der Umbaupause offenbarte sich das spektakuläre und knapp auf die Bühne passende dreistöckige Bühnenbild von King Diamond, welches ein Horrorhaus suggerierte und aufzeigte, dass dies wohl eine der kleinsten Shows der „Saint Hospital 1920 Tour“ war. Los ging es dann dem Intro „Funeral“ der Kultplatte „Abigail“ (1987) und den beiden Hits „Arrival“ und „A Mansion In Darkness“. Sofort war klar, dass der King gut bei Stimme war und auch die höchsten Falstetttöne gut traf. Er wurde zwar von einer zombiehaftigen Sängerin unterstützt, was auch den Vorteil hatte, dass die zweistimmigen Teile grossartig und sehr druckvoll klangen. Auch die Band konnte brillieren, allen voran die beiden grossartigen Gitarristen Andy LaRocque (neben King Diamond das einzig verbliebene Ur-Mitglied) und Mike Wead (auch bei Mercyful Fate), welche sich bei den Soli blind abwechselten. Weiter ging es mit dem Knaller „Halloween“ (vom Debüt aus den Jahre 1986), welches die schon sehr gute Stimmung weiter anheizte. Diese war während des gesamten Gigs – wie auch der der Sound – sehr gut. Auch bei den beiden neueren Songs „Spider Lilly“ und „Masquerade Of Madness“ war kein Sitmmungsabfall spürbar. Hauptattraktion war natürlich der 69-jährige King Diamond, der sich vorzüglich zu inszenieren wusste und für die Show auch die Hilfe einer Schauspielerin auf der Bühne hatte (welche in verschiedene Rollen schlüpfte – von Abigail bis zur Grossmutter bei den beiden Songs von „Them“ (1988). Die theatralische, dynamische und kurzweilige Show wurde mit einigen Intros/Outros und Zwischeneinspielungen etwas in die Länge gezogen, so dass nach den Songs von „The Eye“ (1990), „Eye Of the Witch“ und „Burn“ erstmals Schluss war und nach der einzigen Zugabe – „Abigail“, was denn sonst – und insgesamt 13 Songs fertig war. Doch die Freude, diesem genialen Gig beigewohnt haben zu dürfen, wurde keinesfalls getrübt. King Diamond hat sich sehr lange von den Fans verabschiedet. War dies wohl die letzte Show auf Schweizer Boden?
Text: Laurent Giovanoli
Photos: Andy Gaggioli







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