JOHN HOWARD For Those That Wander By

JOHN HOWARD
For Those That Wander By
Think Like A Key Music

John Howard (eigentlich Howard Michael Jones) brachte 1975 sein erstes Album «Kid In A Big World» heraus. Zwei weitere Werke, «Technicolour Biography» und «Can You Hear Me OK?», ebenfalls Mitte der 1970er Jahre eingespielt, wurden gar nie veröffentlicht. Seinem Label CBS fehlten Hitsingles. Um Hitsingles ging es dem aus Bury, England, stammenden John Howard aber nie. Er wollte tiefgreifende, atmosphärische Glam-Art-Popsongs schreiben. Ebenso gingen seine oft Piano basierten Songs in der gerade aufkeimenden Punk-Ära unter. In den 1980er Jahren wechselte Howard die Seite und wurde A&R-Manager für n.a. Elkie Brooks, Connie Francis, Hazell Dean, Gary Glitter, The Crickets, Madness und Barry Manilow. Ganz los liess ihn die Musik aber nie. 1995 spielte er «The Pros And Cons Of Passion» ein, ein Album mit Coversongs, das aber erst 2008 herauskam. Durch eine glückliche Fügung wurde «Kid In A Big World» anfangs der 2000er wiederentdeckt und 2003 wiederveröffentlicht. Zu guter Letzt / schlussendlich bekam John Howard die verdiente Anerkennung. Auch wurden seine beiden anderen Werke aus den 1970er Jahren endlich veröffentlicht. 2005 brachte Howard mit «The Dangerous Hours» und «As I Was Saying» gar zwei Alben mit neuen Songs heraus. Es folgten in einer schönen Regelmässigkeit weitere. Auf seinem aktuellen Werk «For Those That Wander By» stehen einmal mehr Piano und die Stimme von Howard im Zentrum. Es markiert ebenfalls eine erneute Zusammenarbeit mit dem Poeten Robert Cochrane, mit dem er 2005 «The Dangerous Hours» eingespielt hatte. Möglicherweise stammen die acht Songs, zwischen 2003 und 2004 eingespielt, aus den gleichen Sessions? Im melancholischen Auftakt «Losing Myself In Others» schreitet die nachdenkliche und erhabene Stimme von Howard Schritt für Schritt über stimmig eingesetzte Piano-Tupfer. «Dead At The Scene» ist stimmungsmässig ähnlich gelagert und ebenso bezaubernd. Im Folgenden «The Man Who Was America» werden die Beach Boys und zuweilen die Beatles wohlwollend zitiert. Die verspielten, im ¾ Takt gehaltenen «Casati’s Tears» und «No Glitter In Revenge» könnten glatt aus einem Musical stammen. Fast möchte Mann und Frau dazu einen Walzer tanzen. Der stille und behutsame Titeltrack beendet das etwas kurze Album mit Eleganz, Stil und Tiefe. «For Those That Wander By» steht in der Tradition von Künstlern wie Laura Nyro, Roy Harper, Bill Fay, Jimmie Spheeris oder einem Tony Kosinec. Dort macht es sich gut.

Roebi
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