IRON MAIDEN – Hallenstadion, Zürich – 9. Juli 2025

IRON MAIDEN, AVATAR
Hallenstadion, Zürich
9. Juli 2025
 
lg. Die englischen Metal-Götter von Iron Maiden haben unter dem Banner «Run For Your Lives World Tour» zur grossen Jubiläumssause zu ihrem 50-jährigen Bestehen eingeladen. Klar dass in Erwartung einer entsprechenden Setlist mit ausschliesslich Songs aus den Jahren 1980 bis 1992 und einer Hallenshow in Zürich (Iron Maiden machen dieses Jahr ansonsten in Europa fast nur Open-Air Konzerte) das Hallenstadion restlos ausverkauft war und zahlreiche Fans vor der Halle auf der Suche nach guten Tickets waren. Wie in den letzten Jahren bei Iron Maiden blieb auch der Opener – diesmal die schwedische Band Avatar – blass und konnte die Massen wenig in ihren Bann ziehen. Nach ca. 40 Minuten war auch dieser Spuk vorbei und die Maiden-Fans positionierten sich schon sehr zahlreich frühzeitig vor der Bühne, um von einem bestmöglichen Blick und Sound profitieren zu können. Gegen 2045 Uhr Uhr ging es dann mit dem obligaten „Doctor Doctor“ von UFO als Intro los. Doch was dann folgte, war nicht von dieser Welt. Die Projektionen beim echten Intro „The Ides Of March“ vom Album „Killers“ (1981) nahmen die Fans in die Gründerzeit von Iron Maiden zurück, als diese noch als Pub-Band im „Ruksin Arms“ und ähnlichen Spelunken im Osten von London ganz am Anfang ihrer Karriere stand und Eddie The Head bloss eine Maske auf der Bühne war. Dann ging es richtig los mit den alten Schoten „Murders In The Rue Morgue“, „Wrathchild“, „Killers“ (mit einem ersten und punkigen Eddie Baujahr 1981) und allen voran das unfassbare  „Phantom Of The Opera“ vom Debüt aus dem Jahre 1980 (und allesamt Songs im Original mit dem leider verstorbenen Paul Di’Anno an den Vocals). Die Band, wie immer äussert spielfreudig an den Gitarren, mit dem unverwüstlichen Steve Harris am Bass, dem neuen und sehr tighten Tourschlagzeuger Simon Dawson (auch bekannt von Steves anderer Band British Lion) und einem bestens aufgelegten Bruce Dickinson, lieferte eine präzise und sehr engagierte Performance ab. Nach dem obligaten „The Number Of The Beast“ (1982) folgte ein Schwenker in die späten 80er Jahre mit dem sphärischen, aber eingängigen „The Clairvoyant“, welches von den Fans lautstark mitgesungen wurde. Das anschliessende „Powerslave“ vom gleichnamigen Album aus dem Jahre 1984 war härtemässig der Höhepunkt der Show, dargeboten mit grandioser ägyptischer Hintergrundkulisse und mit einem Bruce mit einer coolen ägyptischen Vogelmaske. Nach einer recht roh dargebotenen Version der Heulers „Two Minutes To Midnight“ folgten die beiden phantastischen Longtracks „The Rime Of The Ancient Mariner“ und das mit dem Artwork in Form einer düsteren Eiskulisse der gleichnamigem Platte untermalte „Seventh Son Of A Seventh Son, bloss unterbrochen durch das knackig dargebotene „Run To The Hills“ (mit dem Artwork der damaligen Single als Hintergrund; yeah!). Beim anschliessenden „The Trooper“ schwenkte Bruce die Schweizer Fahne und dann kamen die obligaten „Hallowed Be Thy Name“ und „Iron Maiden“ (mit einem übergrossen Eddie). Nach knapp 2 Stunden verabschiedete sich die Band erstmals, um mit drei frenetisch gefeierten Zugaben auf die Bühne zurückzukehren: „Aces High“, dann das etwas totgenudelte, aber mit einem fantastischen Dekor versehene „Fear Of The Dark“ und zum Abschluss das geniale „Wasted Years“. Was für eine stimmungs- und energiegeladene Show der besten Metal-Band der Welt – so sieht man Iron Maiden gerne. Besser geht es nicht – wohl ein Anwärter auf das Konzert des Jahres!
 
Text: Laurent Giovanoli
Fotos: Andy Gaggioli
 

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