DESASTERKIDS Superhuman

DESASTERKIDS
„Superhuman“
Uncle M Music

Der Grat zwischen gefälligem Reißbrett-Metalcore und aneckender Eigenständigkeit ist schmal, und doch schaffen es manche Bands genau hin und wieder, genau diesen Spagat zu vollbringen. Desasterkids vereinen auf „Superhuman“ den zeitgemäßen Sound des Modern Metals mit der Ruppigkeit des Oldschool-Hardcores, ohne dass eins von diesen beiden Polen zu kurz gerät.“ Harte Hymnen wie „Oxygen“ jagen Breakdown-Bretter wie das zerstörerische „Pentagram“ und Balladen aus cleanem Gesang mit Ohrwurm-Potenzial wie „Dead On The Inside“. Ersteres hatte mit seinem Video bereits für Aufregung in der Szene gesorgt, auf dem sich zwei Männer leidenschaftlich küssen – Sänger Andi sendet mit diesem offensiven Umgang mit seiner eigenen Homosexualität in der Szene so ein starkes Zeichen gegen Diskriminierung. „Superhuman“ kritisiert darüber hinaus auf clevere Art den ständigen gesellschaftlichen Optimierungswahn und die daraus resultierende Selbstzerstörung, das allzu oft in Resignation mündet, wie etwa in „Bulletproof“: „I’m not a man of religion, but I feel like I’m losing faith.“ Texte über Depressionen, gesellschaftliche Zwänge, Ablehnung und die Gefahr von Drogen unterstreichen die Vielschichtigkeit und Tiefgründigkeit des Albums. Zugegeben, auf den Sound aus elektronisch beeinflusstem, melodischem Metalcore, der etwa in „Walking Alone“ an die modernen Bring Me The Horizon erinnert, muss man sich erst einmal einlassen. Steigt man jedoch tiefer in die Welt von „Superhuman“, erwartet einen eines der mitreißendsten Modern-Rock-Alben des Jahres.

Wollart
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