DEEP FEELING Same

DEEP FEELING
Same
Grapefruit Records

Der Engländer Guy Darrell (eigentlich John Swail) war das, was man ein One-Hit-Wonder nennen könnte. Der in Kent geborene Darrell begann seine Karriere in den frühen 1960er Jahren als Sänger in Ray McVay’s Band. 1966 veröffentlichte er als Solosänger «I’ve Been Hurt», die Coverversion eines Ray Whitley Songs. Erfolgreich wurde Darrell damit erst 1973. «I’ve Been Hurt» wurde gleichzeitig zu seinem grössten und einzigen Hit (Platz 12 der UK-Charts). In den späten 1960er Jahren suchte Guy Darrell Musiker für eine Begleitband. Er fand sie in Martin Jenner (Gitarre), Derek Elson (Keyboard), Ronnie Cockfield (Saxophon), Dave Green (Bass) und Dave Clare als Schlagzeuger. Jenner und Green hatten zuvor in den Bands Count Downe & The Zeros und später The Summer Set gespielt. Zuerst hiess die neue Band Guy Darrell Syndicate, später dann Deep Feeling. Die grössten Erfolge feierte Deep Feeling mit den beiden Coverversionen «Do You Love Me?» und «Do You Wanna Dance». Die schmalz-poppigen Coverversionen standen ganz im Gegensatz zu den Songs auf dem einzigen Album von Deep Feeling (1971). Die sechs, bis zu sieben Minuten langen Songs boten grösstenteils vertrackten Progressive-Rock, der kein bisschen Patina angesetzt hat. Auf der vorliegenden Wiederveröffentlichung (nicht der ersten übrigens) sind neben dem ganz Album auch die beiden Singles «Do You Love Me?» und «Do You Wanna Dance» enthalten. Sie offenbaren einmal mehr den Gegensatz zwischen den kommerziellen, wahrscheinlich von der Plattenfirma getriebenen Deep Feeling und der Art und Weise, wie Deep Feeling sich selber sahen. Im Auftakt, dem fast sechsminütigen «Welcome For A Soldier» bringen Deep Feeling beide Welten etwas zusammen. Der spannende Song vereint vertrackte Rhythmen, unerwartete Wechsel mit Beach-Boys-Gesangsharmonien. Ebenfalls zu erwähnen ist die hardrockige Version des Little Richard Songs «Lucille». Das selbstbetitelte Werk wurde von der Presse überaus positiv aufgenommen, verkaufte sich aber überhaupt nicht. «Do You Love Me» und «Do You Wanna Dance» waren nicht darauf und hätten auch nicht dazu gepasst. Deep Feeling machte danach weiter mit hauptsächlich Coversongs und veröffentlichte 1974 ihre letzte Single, das artpoppige «Avalon». Die von Jenner und Green verfasste Nummer zeigte noch einmal, was in der Band steckt.

 

Roebi
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