CHRIS MURPHY Two Rivers Crossing

CHRIS MURPHY
Two Rivers Crossing
Friendly Folk Records

In der Einfachheit liegt zuweilen die Kraft. Der aus Los Angeles stammende Sänger, Multiinstrumentalist und Produzent findet auf seinem neuen Album, der 6-Track EP «Two Rivers Crossing» einen eigenen Zugang zu Folk, Country und Bluegrass. Nur mit Gesang, Geige und Loop-Techniken erzeugt er eine tiefe, vielschichtig beseelte Atmosphäre, die gerade durch diese Einfachheit fasziniert. Zuweilen mahnt das vom Ansatz her, nicht musikalisch, an die amerikanischen House Of Freaks, die ebenso aus wenig viel machen konnten. «Two Rivers Crossing» ist überdies ein Gegensatz zum 2021er Album «Sovereign», auf dem er 29 Gäste geladen hatte. Stimmungsmässig sind die sechs Songs vielschichtig. Der rhythmisch beschwingte Auftakt «Early Grave» thematisiert augenzwinkernd nicht immer einfache Liebe: «I love That Woman And She Loves Me. Aint No One Finer Far As I Can See. But Listening To Her Rant & Rave. That Girl Is Gonna Send Me To An Early Grave.» «Complete Surprise» ist schlichtweg mitreissende Beschwingtheit. Ein wahrer Genuss. «Long Ago» klingt dagegen wehmütig, traurig. Und der Abschluss, das instrumentale «Shantallow» tönt wiederum beschwingt, mit einer Prise irischem Charme und lädt zum Tanzen ein. Wunderbar.

Roebi
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