CARNIVAL YOUTH Good Luck

CARNIVAL YOUTH
Good Luck
Backseat

Im vierten Song «Landlord (Die Alone)» ihres vierten Werkes (ohne EP) singen Carnival Youth: «Now It‘s Time To Die Alone». Diese dramatischen Worte, vermutlich nicht ganz ohne Ironie, werden mit opulenten Streichern,  hämmernden Drums und interessanten Tempiwechseln unterstützt. Das lettische Trio um die Gebrüder Edgars und Emils Kaupers reizt seine Möglichkeiten aus. Für die Aufnahmen von «Good Luck», was irgendwie passt, weil man dies der Band wünscht, gingen Carnival Youth nach Brasilien. Für die Zusammenarbeit konnten die drei Nicolas Vernhes (u.a. The War On Drugs) und Greg Calbi (u.a. The National und Arcade Fire) gewinnen. Die zwölf Songs, irgendwo im weiten Feld des Indierocks angesiedelt, verbinden Verspieltheit, Eingängigkeit, Tanzbarkeit und Experimentierfreude. Im Auftakt «Two Monkeys» meint Mann und Frau für einen Moment Devo zuhören, bis die Band abzweigt und für den Chorus mit der grossen Kehle anrührt. Ein kosmisches bis komisches Zwischenspiel  gibt dem geneigten Hörer schliesslich mehr als Rest, im positiven Sinne. Das wunderbar eingängig, schräge «Birthday» kann auch ausserhalb als guter Geburtstagssong herhalten. Die kuschelige Elektronik von «Only The Moon Can See The Sun» erwärmt sicher auch den Mond. Das zuweilen soulige «Boys Do Cry» ist ein wunderbares Plädoyer für mehr männliche Gefühle. Im Elektro-Folk von «Pumpkin Pie» klingt etwas Beck an. «Phantom Planet», wahrscheinlich keine Ode an die US-Power-Popper, kratzt mit Backwards-Tapes und schrägen Vocoder-Stimmen an den Gehörgängen. «Baby» zitiert zu Beginn Charles & Eddies «Would I Lie To You?»  Und der Abschluss «Side By side» gerät zuweilen Nahe an ELO (Keyboard) und Cure/Joy Division (Bass). Das im gleichen Song. Kompliment.

Roebi
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