BUSCHI & ANNI Pequod

BUSCHI & ANNI
Pequod
buschiundanni.ch

Nach gleich zwei Promos, die problemlos auch als korrekte Alben durchgegangen wären, und dem regulären «ersten» Album «Gin Folk» vor zwei Jahren kommt das Nidwaldner Herrenquartett mit dem sonderbaren Namen Buschi & Anni nun also mit ihrem regulären zweiten Album: Wie es der Albumname von «Gin Folk» schon treffend auf den Punkt brachte, spielen Buschi und Anni heiteren, von Irish Folk und nördlicher Kneipenmusik inspirierten Pop, der niemandem weh tut, aber live immer sehr angenehm ist, wenn man dazu eben Gin oder Bier oder überhaupt etwas Anregendes trinkt. «Gin Folk» war kein überwältigendes Album, aber es verstrahlte Freude und zeigte vor allem das Potential, das in dieser Band durchaus noch drinsteckte. Aus diesem Potential haben Buschi & Anni auf «Pequod» aber leider gar nichts gemacht. Statt sich zu steigern, wie das nach zwei Jahren und beachtlich vielen Konzerten in der ganzen Schweiz zu erwarten wäre, kommen die zehn neuen Lieder mit englischen, französischen und Mundarttexten erstaunlich kraftlos daher. Nett vorgetragen, aber ohne Dringlichkeit, ohne Strahlkraft, ohne Durchsetzungsvermögen. Das mag teilweise auch der Produktion und dem Abmischen geschuldet sein, aber eben nur teilweise. Schade um die Lieder, denn die Melodieführungen sind ohne Zweifel schön. «Pequod» ist leider eines dieser Alben, die anschaulich zeigen, dass schön singen alleine noch keine guten Songs macht.

Christian Hug

Christian
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Seit den Sex Pistols «into music», seit 2001 freier Journalist und Buchautor. Jahrelange Mitarbeit im «Music Scene», «Toaster», TagesAnzeiger - Ernst», «Style» und andere. Kein MP3-Freund.

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