BURNING WITCHES Hexenhammer

BURNING WITCHES
Hexenhammer
Nuclear Blast / Warner

pvh. Bei Burning Witches scheint es im Schnelltempo vorwärts zu gehen: im Jahre 2015 gegründet, 2016 die erste Single, 2017 das erste Album, anfangs 2018 eine 4-Track-Live-EP, erste Besetzungswechsel gefolgt von mehreren Interviews in der Metal-Presse (u.a. Deaf Forever) und nun 2018 das zweite Album auf Nuclear Blast. Die jungen Damen scheinen bis jetzt einiges richtig gemacht zu haben und der nun vorliegende Longplayer bringt die Band hoffentlich einen Schritt weiter. Burning Witches setzen mit „Hexenhammer“ da an, wo sie mit dem Erstling aufgehört haben. Klassischer Heavy Metal wird geboten, jedoch nie zu altbacken, aber auch nie wirklich zu modern. Man erfindet das Genre nicht neu und hört dann und wann andere Bekannte raus, wie z.B. bei “Executed” Helloween, bei „Lords of War“ Running Wild oder bei „Open Your Mind“ Metallica. Dies ist keineswegs störend, da u.a. die erwähnten Bands heute eh nur ein Schatten ihrer eigenen Glanztaten sind und die Referenzen im positiven Sinne zu sehen sind. Die Stärken von Burning Witches (wie auch schon beim Debüt) sind melodiösen Hooklines und die catchy Refrains, welche hohen Wiedererkennungswert haben. Dies wird abgerundet durch die hochwertige Gitarrenarbeit und den Gesang. Vor allem auch mit Serainas exzellenter Gesangsleistung grenzen sich Burning Witches von ähnlichen Bands ab – sei es mit hohen Screams oder auch herzergreifend wie bei der Ballade „Don’t Cry My Tears“. Abgerundet wird das Album mit einem Cover von Dio’s “Holy Diver”. Ob die Welt jetzt auch noch diese Version braucht, sei dem geneigten Hörer selber überlassen. Als Gesamtfazit haben wir es mit einem guten Album zu tun. Burning Witches sind sehr bemüht, klasse Songs zu schreiben, das merkt man den beiden Anspieltipps „Executed“ und „Hexenhammer“ an. Andere Songs sind hingegen ein bisschen einfacher gestrickt und können nicht ganz mit dem restlichen Material mithalten. Für das nächste Album bleibt also noch etwas Luft nach oben. Hinter der knackigen Produktion steckt wieder V.O. (Gurd/Poltergeist) unterstützt durch Schmier (Destruction). Jede Schweizer Metal-Band (auch wenn hier mit Holland-Einfluss) sollte man unterstützen und hierbei kann man bedenkenlos sein Geld in das neue Burning Witches-Album investieren. Am lohnendsten ist der Vinyl-Release, welcher das tolle Artwork zur Geltung bringt. Das offizielle Releasedatum ist der 9. November 2018 – bis dahin versüsst den Fans das Lyrics-Video „Executed“ auf Youtube das Warten.

Phil van Hoof

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