BETZEFER The Devil Went Down To The Holy Land

BETZEFER The Devil Went Down To The Holy Land

BETZEFER

The Devil Went Down To The Holy Land

Steamhammer/SPV/Musikvertrieb

 

em. Wer schon einmal selbst in Israels pulsierender Stadt Tel Aviv war weiss um die Atmosphäre, die einem da umgibt. Die Dynamik und Vielfalt der Kunst- und Kulturszene dieses Ortes ist atemberaubend. Es ist also nicht weiter verwunderlich, dass eine Hardcore-Band aus dieser von politischen Konflikten geprägten Region, äusserst positiv auf sich aufmerksam macht. Mit «The Devil Went Down To The Holy Land» haben die vier Herren von Betzefer wahrlich einen Volltreffer gelandet. Bereits das Vorgängeralbum «Freedom To The Slave Makers» war sehr gelungen, aber was die Jungs mit ihrem neusten Werk präsentieren ist meisterhaft! Nach einem fast einminütigen Intro folgt der gleichnamige Titeltrack und überzeugt von der ersten Sekunde an. Als Hörer wird man förmlich überrumpelt und gleichzeitig in den Bann Betzefers gezogen. Die hardcorelastigen Sounds gehen mit einer ordentlichen Portion Rock’n’Roll und Heavy Metal einher. Die Texte der Songs sind neben den Lobeshymnen auf die Musik Betzefers ebenfalls hervorzuheben. Frontmann Avital Tamir schreit sich beim Vortragen dieser Worte voller Energie und Wut gekonnt die Seele aus dem Leib. Man könnte hier jeden einzelnen Track auflisten und über dessen Faszination philosophieren. Das ist schlicht unnötig, denn das hohe Niveau der ersten Nummer können die Israeli während der ganzen Laufzeit dieses kurzweiligen Longplayers halten. Einzig ein paar weitere Perlen oder Anspieltipps sind zu erwähnen: «Copkiller», «The Medic», «Suicide Hotline Pt. 1» oder auch das Schlusslicht «Can You Hear Me Now?» Betzefer haben sich weiterentwickelt, zu sich selbst gefunden und sind sich ihrer Stärken bewusst geworden. Neben den 14 grandiosen Kompositionen sind die hörbare Spielfreude, die vertonten Emotionen und der treibende Charakter dieser Scheibe weitere Attribute, die «The Devil Went Down To The Holy Land» zu einer so grandiosen und abwechslungsreichen Veröffentlichung machen. Etwas vom Spannendsten, das 2013 auf musikalischer Ebene zu bieten hatte. Wer Betzefer bis dato nicht kennt, sollte das schleunigst ändern. Es lohnt sich!

Hanns
About Hanns Hanneken 527 Articles
Hanns, der Gründer von TRACKS, ist der CH-Musikszene seit den 80er-Jahren als Produzent, Musiker und Redaktor eng verbunden. Er war jahrelang Chefredaktor des Schweizer Musikmagazins MUSIC SCENE, des deutschen Magazins MUSIK SZENE und arbeitete für u. a. MUSIK EXPRESS, METAL HAMMER.