BEIRUT Gallipoli

BEIRUT
Gallipoli
4AD/Musikvertrieb

Eigentlich haben wir uns ja schampar gefreut auf das neue, fünfte Album des Amis Zach Condon und seinen Mannen, weil die bisher so unglaublich schön hinreissende melancholische Irgendwie-Balkan-Musik mit schmachtenden Trompeten und unerfüllten Sehnsüchten gespielt haben. Aber mit «Gallipoli», erneut ein Ergebnis von Condons vielen Reisen, scheint dem Guten die Luft ausgegangen zu sein. Nach einer mittelklassigen, aber respektablen Eröffnung klingen auf dem zweiten Song, der dem Album den Namen gibt, zwar kurz die schlenkernden Trompeten auf, aber ab dann geht’s nur noch abwärts in die Bedeutungslosigkeit gut gemeinter, aber am Ende bloss netter Songs. «Corfu» Song Nummer 7, ist dann nur noch schröcklich, und wenn bei ««Family Curse» und «Light In The Atoll» (Songs Nummer 9 und 10) gar noch Samba-Rhythmen aus der Maschine unterlegt werden, wird’s echt unerträglich. Dass das so kommt, haben wir leider schon mit dem letzten Album «No No No» befürchtet, aber tatkräftig verdrängt. Jetzt besteht kein Zweifel mehr: Beirut ist am Tiefpunkt. Was uns wiederum auf Album Nummer 6 hoffen lässt, weil wenn man ganz unten ist, kanns ja eigentlich nur noch aufwärts gehen.

Christian Hug

Christian
About Christian Hug 149 Articles
Seit den Sex Pistols «into music», seit 2001 freier Journalist und Buchautor. Jahrelange Mitarbeit im «Music Scene», «Toaster», TagesAnzeiger - Ernst», «Style» und andere. Kein MP3-Freund.

Be the first to comment

Leave a Reply