ARMORED SAINT Punching The Sky

ARMORED SAINT
Punching The Sky
Metal Blade Records

mv. Das Jahr 2020 ist für Musikfans ein ziemlicher Horror. Keine Tourneen und keine Festivals und es sieht immer noch nicht nach Besserung aus in dieser Hinsicht. Als kleiner Trost erscheinen zur Zeit unzählige grossartige Alben, welche wenigstens die Zeit zuhause musikalisch mehr als aufwerten. Das neue Armored Saint-Album wurde von den Fans sehnsüchtig erwartet, schliesslich sind neue Releases dieser Band keine Selbstverständlichkeit und so wird jeder Release bejubelt und hoch geschätzt. Und enttäuscht haben die Jungs um Sänger John Bush und Bassist Joey Vera auch noch nie, was natürlich auch die Erwartungen immer sehr in die Höhe schraubt. Zum Glück ist auf die gepanzerten Heiligen Verlass und so ist «Punching The Sky» mal wieder ein Volltreffer geworden, auf welchem die Band sehr abwechslungsreich und verspielt all ihre Stärken zur Geltung bringt. Das Eröffnungsduo «Standing On The Shoulders Of Giants» und «End Of The Attention Span» bietet traditionellen, treibenden Headbanger-Stoff, welcher alle Stärken der Band bündelt und von Anfang an voll mitreisst. Danach wird bei «Bubble» das Tempo und die Härte rausgenommen und dafür der Groove-Faktor sehr rockig hochgefahren. «My Jurisdiction» erinnert irgendwie ein wenig an Soundgarden und hat einen latenten Grunge-Touch, bevor mit «Do Wrong To None» ein hartes Riff-Monster wieder die Nackenmuskeln beansprucht. «Lone Wolf» groovt in den Strophen wieder alles weg, während der Chorus mit Clean-Gitarren und hochmelodischem Refrain überrascht. Ganz grosse Klasse. «Missile To Gun» könnte auch auf «Symbol Of Salvation» stehen, ein klassischer Old School Armored Saint-Brecher. «Fly In The Ointment» und «Bark, No Bite» gehen danach wieder zurück in rockigere und groovigere Klänge, bevor mit «Unfair» noch eine Ballade Platz gefunden hat. Unnötig zu erwähnen, dass hier kein Kitsch Platz hat, dafür viel Atmosphäre und ein sich aufbauender Spannungsbogen, welcher mit unglaublich starkem Gesang für Gänsehaut sorgt. Sowieso zeigt John Bush wieder einmal, dass er auch im Jahr 2020 noch zu den besten Metal-Shoutern der Szene gehört und keinen Millimeter an Kraft oder Volumen verloren hat. Der Abschlusssong «Never You Frat» gibt noch einmal traditionell Vollgas und rundet das Album gekonnt ab. «Punching The Sky» bietet somit von allen Phasen der Band etwas, klingt frisch und knackig und ist zudem nahezu perfekt produziert. Der von Joey Vera geschmiedete Sound ist knallhart, wuchtig und immer schön transparent. So macht Musik hören Freude. Ein schönes Coverartwork lässt zudem die Vorfreude auf den Vinyl-Release steigen. Diese Platte wird mit Sicherheit in den meisten Jahres-Bestlisten auftauchen und es bleibt zu hoffen, dass wir im nächsten Jahr Songs davon irgendwo live auf der Bühne bestaunen dürfen.   

Michael
About Michael Vaucher 117 Articles
Michael Vaucher schreibt seit 2011 für's TRACKS Magazin im Bereich HardRock/Heavy Metal. Zudem ist er der Gründer der Schweizer Metalband EMERALD, welche seit 1995 aktiv ist und bereits 7 Alben veröffentlichte.

Be the first to comment

Leave a Reply