AIRBOURNE Boneshaker

AIRBOURNE
Boneshaker
Spinefarm

Ignoriert man die 2017er-Sammlung «Diamond Cuts: The B-Sides», die wohl eher wegen ihres definitiven Durchbruchs 2016 mit «Breakin’ Outta Hell» als wegen ihrer allfälligen Dringlichkeit nachgeschoben wurde, waren die drei Jahre Wartezeit auf «Boneshaker» eine ganz schön lange Zeit. Über die zehn neuen Tracks gibt’s im Grunde nichts zu philosophieren: Wir kriegen genau das, was wir wollen und an den spinnerten Australiern so mögen. Airbourne sind astreine AC/DC-Huldigung (die Bon-Scott-Zeit), und das bleibt auch auf ihrem fünften Album (ohne die B-Seiten) so. Wobei: Ob man dabei von Huldigung sprechen soll oder muss, kann man sich inzwischen auch fragen. Denn AC/DC-Epigonen gibt es tausende, aber keine erreichte je die volle Klasse des Originals – ausser eben Airbourne. Das ist eine hohe Leistung – und keine Kopie. Punkt.

«Boneshaker» ist ein klasse Rock-Album, auf das wir keineswegs verzichten wollen. Wer trotzdem nach dem Haar in der Suppe sucht, wird aber fündig: Die Routine (ihr Debüt «Runnin’ Wild» erschien 2007) macht sich unterschwellig bemerkbar, die komplett überbordend schäumende Energie der alten Zeiten ist ein bisschen verlorengegangen und findet sich nurmehr in den Tracks «Switchblade Angel» und dem Schlussstück «Rock’n’Roll For Life». Aber wahrscheinlich kann man diese Routine nicht umgehen. Umgekehrt betrachtet ist es aber auch bemerkenswert, dass Airbourne nach all den Jahren kein bisschen von ihrem unbedingten Willen zum Rock’n’Roll verloren haben. We love it.

Christian Hug

Christian
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Seit den Sex Pistols «into music», seit 2001 freier Journalist und Buchautor. Jahrelange Mitarbeit im «Music Scene», «Toaster», TagesAnzeiger - Ernst», «Style» und andere. Kein MP3-Freund.

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