A PERFECT CIRCLE Eat The Elephant

A PERFECT CIRCLE
Eat The Elephant
BMG Rights Management / Warner
 
lg. Es grenzt schon fast an ein Wunder, dass Tool-Frontmann Maynard James Keenan und Gitarrist Billy Howerdell, die beiden Kreativköpfe von A Perfect Circle, es 15 Jahre nach „Thirtheenth Step“ geschafft haben, ein neues Album zu veröffentlichen (das Cover-Album eMotive aus dem Jahre 2004 kann kaum als volles Album angesehen werden). Im Vergleich zu den beiden grossartigen Alben „Mer De Noms“ (2000) und „Thirtheenth Step“ (2003), welche sich grundsätzlich am Progressive und Alternative Rock orientierten, kommt „Eat The Elephant“ reduzierter, aufs Wesentliche konzentriert sowie tiefgreifender und düsterer daher, verzichtet aber zu grossen Teilen auf härtere Gitarrenklänge, was den Hörer zu Beginn etwas überraschen mag. Allerdings entwickelt sich „Eat The Elephant“ mit seinen unglaublichen Melodien nach ein paar Hördurchläufen zu einem Monster, welches in Hirn haften bleibt. Maynard James Keenan und Billy Howerdell haben einmal mehr alles richtig gemacht und eine Sammlung von zwölf wunderbar mäandrierenden Rock-Songs geschaffen, über welchen die zweitweise fast weinerliche aber sehr ausdrucksstarke Stimme von Keenan thront. Es ist fast nicht möglich, Vergleiche zu ziehen, aber man hat es hier womöglich mit einem Bastard aus Alternative Rock aus den 90er Jahren, alten und neuen Progressive Bands wie Porcupine Tree oder King Crimson und einem guten Schuss Düsternis aus dem Hause The Cure oder alten Depeche Mode zu tun. Es wird sich allerdings zeigen, wie die Scheibe den „Test Of Time“ überstehen wird, doch es kann bereits an dieser Stelle gesagt werden, dass „Eat The Elephant“ ein sensationell gutes Album sphärisch-avantgardistischer Rockmusik geworden ist, welches auch im Jahre 2018 die Bedeutung von A Perfect Circle mit einem grossen Ausrufezeichen hervorhebt. Live wird die Truppe übrigens am 20. Juni 2018 in der Halle 622 in Zürich zu bestaunen sein. 
 
Laurent Giovanoli

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