PUSO D’Sunne geit uf

PUSO D’Sunne geit uf

PUSO

D’Sunne geit uf

Eigenvertrieb

 

  1. Popsongs mit Gefühl schreibt der 25jährige Jan Mattmann. Diese bringt er unter dem Namen PuSo, was für PureSoul steht, unter die Leute. Mit „D’Sunne geit uf“ veröffentlicht der Berner eine 5-Song-EP in Mundart, mit der er sein Publikum überzeugen möchte. Das gelingt an sich auch und an einem Erstlingswerk sollte man auch nicht zuviel herumnörgeln. Was allerdings ein wenig schwer im Magen liegt, ist die übermässige Zuckerportion, die einem mit den Songs „Zitlos“, dem Titeltrack, „Läb di Troum“, „Fiesta“ und „Nid allei“ verabreicht wird. Jan Mattmann kann gute Popsongs schreiben und arrangieren, da gibt es gar keinen Zweifel. Allerdings wird beim Hören deutlich, dass die Richtung noch nicht so klar ist, in die PuSo gehen soll. Denn in „Zitlos“ mischen sich Discoklänge hinein, die irgendwie nicht ins Gesamtbild passen und „Fiesta“ ist eine Latinonummer, die ebenfalls ein wenig aus dem Rahmen fällt. Das kann man zwar so machen und das Ganze ist weit entfernt von schlecht. Jan Mattmann hat aber unter dem oberflächlichen Zuckerguss noch wesentlich mehr zu bieten und ist dann am besten, wenn er sich auf seine Stärken fokussiert, die im Pop/Soul liegen. Es muss nicht jeder ein Johannes Oerding oder Andreas Bourani werden und PuSo darf auch fluffiger und süsser sein. Trotzdem bleibe ich dabei, dass ein wenig Entrümpelung nicht schaden könnte, denn wenn man Jan Mattmann pur bekommt, ohne Firlefanz, Zuckerwatte und ohne politisch klingenden Projektnamen, dann hat man einen authentischen Künstler mit Tiefgang.
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Hanns, Herausgeber und Chefredaktor, ist der CH-Musikszene seit den 80er-Jahren als Produzent, Musiker und Redaktor eng verbunden. Er war jahrelang Chefredaktor des Schweizer Musikmagazins MUSIC SCENE, des deutschen Magazins MUSIK SZENE und arbeitete für u. a. MUSIK EXPRESS, METAL HAMMER.