NORAH JONES Day Breaks

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NORAH JONES

Day Breaks

Blue Note/Universal Music

 

hef. Ihre wunderbar weiche und variable Stimme ist das eine. Das andere, das mindestens so wichtige, ist ihre Art, Songs zu schreiben und diese zu interpretieren. Die Tochter von Sitar-Virtuose Ravi Shankar zeigt mit ihrem neuen Album ohne eigene Band den Variantenreichtum ihres Song-Repertoires.

Jazzig wird das Album von der Plattenfirma etikettiert. Etikettenschwindel trotz Jazz-Label Blue Note! Das ist schlicht alles, auch Jazziges natürlich, Smoothjazziges vor allem. Und swingender Pop mit rhythm’nbluesigen Passagen, die verzaubern. Die elf neuen Songs, acht davon selber geschrieben, dazu “Peace” von Horace Silver mit Sax-Solo von Wayne Shorter und “Don’t Be Denied” von Neil Young, beide Songs über fünf Minuten lang, haben es in sich. Vor allem aus letzterem macht sie eine kommerzielle Hitnummer mit mehrstimmigem Gesang und feinem, rhythmischem Gebläse. Bei “Day Breaks” denkt man, hoffentlich hört dieser Titel nie auf, so einlullend lässt er abheben und träumen. Immer swingender, immer herzerwärmender die letzten drei Songs. Norah Jones, die auch locker-flockig Piano spielt, spielt die perfekte Musik, um sich hinzulegen und den Tag vor seinem geistigen Auge passieren lassen, um sich zu entspannen, entschleunigen, neue Kraft tanken.

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Hanns, Herausgeber und Chefredaktor, ist der CH-Musikszene seit den 80er-Jahren als Produzent, Musiker und Redaktor eng verbunden. Er war jahrelang Chefredaktor des Schweizer Musikmagazins MUSIC SCENE, des deutschen Magazins MUSIK SZENE und arbeitete für u. a. MUSIK EXPRESS, METAL HAMMER.